Gesundheit und COVID-19

Können Vitamine als solche präventiv gegen COVID-19 eingesetzt werden? Unterstützen bestimmte Vitamine sogar Infizierte bei einer COVID-19 –Infektion und tragen zu einem milderen Krankheitsverlauf bei? Was geschieht bei einer Überdosierung? Das sagt die Wissenschaft dazu. 

Vitamine

 Vitamine sind heterogene organische Verbindungen, die eigentlich nichts gemeinsam haben, außer, dass sie für den Menschen zwar äußerst wichtig sind, vom Körper allerdings nicht selber hergestellt werden können. Eine externe Aufnahme über die Nahrung ist notwendig. Eine Unterversorgung von Vitaminen kann zu einer Schwächung des Immunsystems führen, weshalb Krankheitsverläufe schwerwiegender sein können. Deswegen bietet eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung einen soliden Schutz vor Infektionskrankheiten, auch gegen COVID-19. 

Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12 ist ein kristalliner Kobaltkomplex, der den wissenschaftlichen Namen Cobalamin trägt. Dieser fungiert als Coenzym und ist in tierischen Produkten enthalten. Eine Tageszufuhr von 3,0 μg wird laut D-A-CH-Referenzwerten empfohlen [1]. Bei einer Überdosierung von Cobalamin sind keine negativen Wirkungen bekannt. 

Cobalamin ist essentiell für die Bildung roter Blutkörperchen, für die Zellteilung und -differenzierung, sowie für die DNA-Synthese und somit für schnelles Wachstum [2]. Vitamin B12 wird ebenfalls für die Myelin-Synthese benötigt und ist deshalb auch wichtig für ein stabiles Nervensystem. Da ein Vitamin B12-Mangel die Produktion roter Blutkörperchen im Knochenmark beeinträchtigen kann, können daher Kurzatmigkeit, Anämie mit starken Müdigkeitserscheinungen und Aufmerksamkeitsschwäche die Folge sein. Länger anhaltende Mangelerscheinungen können psychische Probleme wie Gedächtnisschwäche und depressive Verstimmungen verursachen. Auch motorische oder sensorische Beschwerden können auftreten. Um den Vitamin B12-Gehalt im Körper zu beurteilen, wird oft Methylmalonsäure im Urin gemessen: Ein erhöhter Methylmalonsäurewert ist ein Anzeichen für einen bestehenden Vitamin B12-Mangel. 

Cobalamin unterstützt die Synthese von Homocystein zu Methionin, eine essentielle Aminosäure. Enthält der Körper zu wenig von diesem Vitamin, akkumuliert Homocystein im Blut, da es nicht zu Methionin weiterverarbeitet werden kann. Folsäure ist, neben Vitamin B6, ein wichtiger Begleitfaktor von Vitamin B12 und ein Mangel dieser Vitamine kann ebenfalls zu einer Erhöhung der Homocysteinwerte beitragen. Die Folgen sind eine Aktivierung der Koagulationskaskade (Blutgerinnung) und eine Blutgefäßverengung [3]. Dies führt letztendlich zu einer Erhöhung des Thromboserisikos. 

Nun wurde festgestellt, dass sowohl eine kritische Erkrankung mit SARS-CoV-2, wie auch Impfungen gegen COVID-19 das Thromboserisiko durch die Aktivierung pro-thrombotischer Stadien erhöhen [4]. Aber auch andere Symptome, die ebenfalls bei einem Vitamin B12-Mangel auftreten, wurden mit einer COVID-19-Erkrankung in Verbindung gebracht [5]. Das sind, neben hohen Homocysteinwerten und einem erhöhtem Thromboserisiko, Symptome wie gesteigerter oxidativer Stress, 

Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), erhöhter Laktatdehydrogenasegehalt*, eine verringerte Anzahl an Retikulozythen (junge, noch unreife rote Blutkörperchen), sowie Nieren- und Lungengefäßerkrankungen, die zu Störungen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts und des zentralen Nervensystems führen können. Aus diesem Grund wurde eine Korrelation des Cobalamingehaltes im Körper und COVID-19 vermutet. Eine wissenschaftliche Studie, die sich mit diesem Thema auseinandersetzte, postulierte, dass SARS-CoV-2 mit dem Cobalamin-Metabolismus interferiert und daher ähnliche Symptome wie bei einem Vitamin B-12-Mangel auftreten. Als mögliche Behandlungsmethode von COVID-19 wurde daher eine Therapie mit Vitamin B12 vorgeschlagen [5]. Eine weitere Studie untersuchte genau diesen Zusammenhang und konnte aufzeigen, dass eine tägliche Zufuhr von 500 μg Vitamin B12 in Kombination mit 1000 Einheiten Vitamin D und 150 mg Mg2+ im Falle einer COVID-19-Infektion tatsächlich den Bedarf einer intensivmedizinischen Unterstützung oder Sauerstofftherapie signifikant reduzieren konnte [6]. Natürlich muss, wie bei vielen Studien, berücksichtigt werden, dass die Anzahl der Probanden begrenzt, und daher, die Aussage beschränkt ist. Womöglich hilft diese Art von Behandlung nicht jedem Patienten, allerdings schadet eine Zufuhr dieser Substanzen in den aufgeführten Konzentrationen in keiner Weise, so dass eine Vitamin B12-Supplemetation eine alternative unterstützende Therapieform darstellt, die einen Beitrag zur Reduktion von Schäden, verursacht durch COVID-19, leisten könnte. 

Vitamin B1 (Thiamin)

Thiamin ist ein wasserlösliches Vitamin, welches als Coenzym im Kohlenhydratstoffwechsel an der Energiegewinnung beteiligt ist. Thiamin wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Es ist in vielen unterschiedlichen Produkten, vor allem aber in Vollkornprodukten enthalten. Thiamin unterstützt das Immunsystem und reduziert das Risiko von Typ-2-Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Krebs, sowie mentalen und neurodegenerativen Störungen [2]. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 1,0 mg/Tag [1]. Eine Überdosierung ist nicht gesundheitsschädlich. Eine Unterversorgung dagegen sehr wohl: Ein Thiaminmangel geht häufig einher mit Störungen des Nervensystems, die sich in Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Depressionen äußern. Auch Appetitlosigkeit, verbunden mit Gewichtsverlust, Herz-Kreislauf-Versagen, Muskelschwäche und –schmerzen können Erscheinungsbilder eines Vitamin B1-Mangels sein. Speziell im Falle von COVID-19 kann eine Unterversorgung zu einer unzureichenden Antikörperreaktion und damit verbunden, zu schwereren COVID-19-Erkrankungen führen [2]. 

Für gewöhnlich ist ein Mangel an Vitamin B in Deutschland eher selten der Fall. Nur bei kritisch erkrankten Personen ist häufiger ein Thiamin-Defizit vorzufinden. Eine Studie empfiehlt die Einnahme von 40 mg/12 Std. Methylprednisolone (Anfangsdosis: 80 mg), 3 g/6Std. Vitamin C, 200 mg Thiamin und Heparin bei schweren COVID-19-Verläufen, um einen hyperinflammatorischen und einen hyperkoagulierenden Prozess zu vermeiden [7]. 

Vitamin B3 (Niacin)

Vitamin B3 ist entscheidend für die Synthese von NAD und NADP, universelle Substanzen für diverse Stoffwechselwege. Eine wichtige Rolle ist unter anderem die Senkung entzündungsfördernder Zytokine wie IL-1β, IL-6 und TNF-α [2]. Inzwischen ist bekannt, dass viele schwere Verläufe von COVID-19 mit übermäßigen Entzündungsreaktionen bedingt durch einen Zytokinsturm einhergehen. Die Folge ist oft eine Sepsis [8]. Vitamin B3 kann helfen, diesen Zytokinsturm zu verringern und fördert einen positiven Krankheitsverlauf. Noch dazu zeigt Niacin eine entzündungshemmende Wirkung bei Patienten mit beatmungsinduzierten Lungenschädigung. Eine Studie mit Hamstern konnte veranschaulichen, dass Vitamin B3 eine Schädigung des Lungengewebes verhindert [9]. Darüber hinaus reduziert Niacin die Virusreplikation. 

Laut D-A-CH-Referenzwerten wird für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 11-13 mg empfohlen [1]. Das wasserlösliche Niacin ist in diversen Lebensmitteln enthalten vor allem in tierischen Produkten wie Wild, Geflügel, Fisch und Milchprodukten, aber auch Pilze und Vollkornprodukte enthalten Vitamin B3. Eine Unterversorgung ist deswegen nicht so dramatisch, da der Körper NAD und NADP auch anderweitig erzeugen kann. Bei einer Überdosierung kommt es zu Rötung und Erhitzung der Haut, einem sogenannten Flush. Extreme Überdosierungen führen zu Schwindel und Blutdruckabfall und erhöhtem Harnsäuregehalt im Blut. Ein Mangel äußert sich in Hautveränderungen, Durchfall und Entzündungen der Schleimhäute. Sogar Depressionen können auftreten [10]. 

Vitamin B9 (Folsäure)

Bei Folsäure handelt es sich um ein wasserlösliches Enzym, das in Blattgemüse, Getreide und Hülsenfrüchten vorkommt. Eine tägliche Zufuhr von 300 μg wird nach D-A-CH-Referenzwerten empfohlen [1]. Eine Unterversorgung von Folsäure vor oder während einer Schwangerschaft ist assoziiert mit einem höheren Risiko eines Neuralrohrdefektes, sowie für die Ausbildung von autistischen Störungen bei Kindern [11]. Bei einer ernährungsbedingten erhöhten Aufnahme von Folsäure sind keine Nebenwirkungen bekannt. 

Bevor SARS-CoV-2 die Wirtszellen betreten kann muss das Spike-Protein von dem körpereigenen Enzym Furin in die beiden Untereinheiten S1 und S2 gespalten werden. Erst dann kann das Spike-Protein an den ACE2-Rezeptor (Angiotensin-Converting enzyme 2) der Wirtszellen binden [12][13]. Eine kürzlich erschienen Studie belegt nun, dass Folsäure in der Lage ist, die Aktivität von Furin zu hemmen und somit eine Interaktion des Spike-Proteins an den ACE2-Rezeptor verhindern [14]. Außerdem konnte gezeigt werden, dass Folsäure eine starke Bindungsaffinität zu SARS-CoV-2 hat, was den therapeutischen Effekt gegen das Coronavirus zusätzlich fördert [15]. Im Großen und Ganzen kann Folsäure, als sicheres Medikament, unterstützend zu einem positiveren Verlauf von COVID-19 beitragen. 

Vitamin B6 (Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin)

Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin sind Vorstufen des Pyridoxalphosphates, der aktiven Form von Vitamin B6. Diese sind in fast allen Nahrungsmitteln enthalten. Daher ist ein Mangel, der zu schweren Nervenstörungen führen kann, selten. Niedrige Pyridoxalphosphat-Spiegel wurden vor allem bei Patienten mit Typ-2 Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen und bei älteren Menschen gemessen, Personen, die der COVID-19-Risikogruppe angehören [16][17][18]. Der empfohlene Tagesbedarf liegt bei Erwachsenen bei 1,4 mg pro Tag [1]. Eine akute Überdosierung ist nicht toxisch. Wenn allerdings über Jahre hinweg übermäßige Mengen an Vitamin B6 konsumiert werden, kann es sehr wohl zu schwerwiegenden Folgen, wie etwa Neuropathien kommen [19]. 

Vitamin B6 ist ein wichtiges Co-Enzym im Aminosäurestoffwechsel, welches zusammen mit Folsäure und Vitamin B12 den Homocysteinstoffwechsel reguliert. In überhöhter Konzentration schadet Homocystein den Metabolismus von Nervenbotenstoffen, verursacht endotheliale Dysfunktionen, führt zu einer veränderten Thrombozyten- und Gerinnungskaskade und schwächt die Immunantwort [3][20]. Schon lange ist der Zusammenhang zwischen dem Pyridoxalphosphatspiegel und der Thrombozytenaggregation, bzw. Blutgerinnselbildung, bekannt [21]. Entzündungsvorgänge führen zu einem erhöhten Bedarf an Vitamin B6. COVID-19-Patienten mit einem hohen Entzündungsgrad haben, durch den erhöhten Bedarf, möglicherweise doch einen Vitamin B6-Mangel. Eine aktuelle Studie demonstriert, dass eine Vitamin B6-Supplementierug schwere COVID-19-Symptome abmildert indem sie die Immunantwort reguliert, die Anzahl pro-inflammatorischer Zytokine verringert, eine übersteigerte Blutgerinnung verhindert und Endothelien, also die Wandschicht, welche die Blutgefäße auskleidet, stabilisiert [22]. Eine weitere Studie veranschaulicht, dass SARS-COV-2 auch die Endothelien befallen kann [23]. Möglicherweise kann Vitamin B6 dazu beitragen, einen Zytokinsturm und die damit verbundenen Entzündungen zu verringern. 

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C ist ein Antioxidans und ein Radikalfänger. Dieses Vitamin ist involviert in die Stoffwechselwege von Kollagen und von einigen Aminosäuren. Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten Vitamin C. Eine Überdosierung von Ascorbinsäure ist sehr unwahrscheinlich, da ein Überschuss an diesem wasserlöslichen Vitamin über die Nieren ausgeschieden werden kann. Eine mögliche Nebenwirkung einer Überdosierung kann die Entwicklung von Nierensteinen sein [24]. 

In der Wissenschaft ist der antivirale Effekt von Vitamin C umstritten. Die Vermutung, dass Vitamin C bei einer Reihe von Virusinfektionen vorteilhaft sein könnte, basiert auf zwei Konzepten: Zum einen dass der Vitamin C-Spiegel bei kritisch erkrankten Patienten als Folge eines höheren metabolischen Verbrauches dramatisch abnimmt [25][26]. Ein Auffüllen dieser leeren Speicher ist somit zwingend erforderlich für die Aufrechterhaltung der Stoffwechselfunktionen. Und zum anderen da Vitamin C vorteilhafte immunmodulierende Eigenschaften bei Patienten mit Virusinfektionen, vorwiegend durch die Erhöhung der Produktion von α/β-Interferonen und die Herunterregulierung der Produktion von pro-inflammatorischen Zytokinen aufweist [27]. Trotz der biologischen Plausibilität, dass Vitamin C bei Virusinfektionen von Vorteil sein kann, gibt es nur wenige evidenzbasierte klinische Daten, die diese Behauptung unterstützen [27][28]. 

Eine Studie demonstriert beispielsweise, dass eine regelmäßige Einnahme von 1-2 g Vitamin C pro Tag die Dauer gewöhnlicher Erkältungen um 18% bei Kindern und bei Erwachsenen um 8% verkürzt [29]. Daher verlaufen Infektionen insgesamt milder mit einem verringerten Risiko einer Ansteckung. Eine andere Studie fand heraus, dass orale Vitamin C-Aufnahme von 1-3 g pro Tag die Dauer einer intensivmedizinischen Betreuung um 7,8% verkürzt und die Länge einer mechanischen Beatmung um 18,2% senken kann [25][30]. Ein antiviraler Effekt wird Ascorbinsäure aufgrund zahlreicher immunassoziierter Eigenschaften wie etwa einer gesteigerten Leukozytenfunktion aufgrund diverser Prozesse (Chemokinese, Chemotaxis, Phagozytose, lysosomale Enzymproduktion, Erzeugung reaktiver Sauerstoffspezies, Hochregulation der Antikörperantwort) zugeschrieben [31][32][33][26]. Bezogen auf die Entwicklung einer Sepsis oder anderen schlimmen Folgeerscheinungen von Infektionskrankheiten, gibt es in der wissenschaftlichen Welt unterschiedliche Ansichten: Während die einen behaupten, dass eine Gabe von Vitamin C zu keiner signifikanten Verbesserung einer Sepsis oder einem dadurch induzierten multiplen Organversagen führt [32] vertreten andere Wissenschaftler gegenteilige Meinungen [34][35]. Auch ein positiven Einfluss von Ascorbinsäure auf den Verlauf von Krebserkrankungen ist umstritten und wird kontrovers diskutiert [36]. 

Allerdings in diesem Punkt sind sich alle einig: Ein länger anhaltender Mangel an Ascorbinsäure kann das Risiko einer Erkrankung an Arthritis oder Arteriosklerose erhöhen, eine Allergieanfälligkeit verstärken und das Krebsrisiko steigern [37][38]. 

 

Vitamin D

Der Begriff Vitamin D bezeichnet eine Gruppe fettlöslicher Prohormone, die im Körper in die biologisch aktive Form Calcitriol umgewandelt werden. Der tägliche Bedarf wird laut D-A-Ch-Referenzwerten auf etwa 20 μg pro Tag (1 μg = 40 Internationale Einheiten [IE]) geschätzt [1]. Anderen Angaben zufolge sind diese Werte zu gering und Erwachsene haben einen weitaus höheren täglichen Bedarf von 100 μg pro Tag [39]. Der Vitamin-D-Spiegel im Blut sollte zwischen 40 und 80 ng/ml betragen. Ein Mangel ist weit verbreitet. 

Der Körper kann Vitamin D zum Teil mit Hilfe der UV-B-Strahlung des Sonnenlichts selbst erzeugen. Somit ist die Bezeichnung Vitamin der Definition nach nicht ganz zutreffend. Allerdings steht die Sonne in geographischen Breiten oberhalb von 20 Grad in den Wintermonaten von Oktober bis März zu tief, so dass die entscheidenden UV-B-Anteile herausgefiltert werden und letztendlich kaum UV-B-Strahlung ankommt. Folglich kann kein Vitamin D erzeugt werden. Zusätzlich halten sich die Menschen auch in den Sommermonaten heutzutage zunehmend in Räumlichkeiten auf und, falls sie doch ins Freie gehen, bedecken Ihre Haut mit Kleidung oder Sonnenschutzmitteln, was eine Hemmung der Vitamin-D-Produktion zur Folge hat. Durch die Nahrung kann Vitamin D durch fettreichen Fisch aufgenommen werden. Eine Supplementierung durch Nahrungsergänzungsmittel oder, wie früher, mit Lebertran ist erforderlich, um einem Mangel entgegenzuwirken [40]. 

Vitamin D spielt bei diversen Stoffwechselvorgängen im Körper eine wichtige Rolle. Unter anderem wird Cholecalciferol beim Kalziumstoffwechsel, der Bildung und Reifung von Knochenstammzellen und der Regulation der Aufnahme von Kalzium in den Darm benötigt. Ferner ist bekannt, dass Vitamin D einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Immunsystems leistet, antiinflammatorisch und immunmodulatorische Eigenschaften besitzt und Krankheitserreger somit erfolgreicher von Personen mit einem ausreichendem Vitamin D-Spiegel abgewehrt werden können [41]. Davon ist eine Erkrankung mit COVID-19 nicht ausgenommen. Nachdem einige Internetportale über den Vorteil einer Vitamin-D-Supplementierung berichteten, gab sich auch die wissenschaftliche Welt für Analysen hinsichtlich der Benefits von Vitamin-D- als Nahrungsergänzungsmittel hin. 

Nachdem ein positiver Effekt der Vitamin D-Supplementierung erkannt wurde, brachten Forscher des Trinity College Dublin eilig eine Pressemitteilung heraus, in der sie die irische Regierung aufforderten, ihre Empfehlungen für Vitamin-D-Präparate angesichts der Beweise für einen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Spiegeln und COVID-19-Mortalität zu ändern [42]. Nicht nur die irische, sondern auch die meisten anderen Regierungen, medizinische Organisationen und wichtige Meinungsbildner gaben jedoch einen oder mehrere der folgenden vier Gründe an, Vitamin-D-Präparate nicht zu empfehlen: frühere Behauptungen über den Nutzen von Vitamin D seien übertrieben, die Beweise für einen Zusammenhang mit COVID-19 sind unzureichend, Überdosierungen sind theoretisch möglich, und die Öffentlichkeit könnte glauben, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sie „immun“ gegen COVID-19 machen würde [43]. Obwohl die Internationale Assoziation für Gerontologie und Geriatrie Region Asien/Ozeanien COVID-19 (IAGG) anerkannte, dass eine Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels das Infektionsrisiko bei älteren Menschen, deren Spiegel unzureichend ist, verringern könnte, empfahl sie nur „morgens genügend Sonnenlicht“, ohne Ergänzungsmittel zu erwähnen [44][43]. Jedoch ist eine ausreichende Versorgung in den Wintermonaten durch Sonnenlicht, wie bereits erwähnt, gar nicht möglich. Auch das Zentrum für evidenzbasierte Medizin schlussfolgerte, dass kein Zusammenhang zwischen Vitamin D-Prävention und einem Zytokinsturm bei COVID-19 bestehe, nur um wenige Beispiele zu nennen. Inzwischen hat das RKI jedoch die supportive Eigenschaft von Vitamin D bei einer COVID-19-Infektion anerkannt[41]. 

Viele Forschungsgruppen haben nun den Zusammenhang Vitamin-D-Spiegel und Inzidenz und Schwere von COVID-19-Erkrankungen untersucht [45][46][47][48][49][50][51]. Auch Metastudien, also Studien, die diverse Studienergebnisse zusammenfassen, kamen alle eindeutig zu dem Ergebnis, dass eine Vitamin D-Gabe einen COVID-19-Verlauf positiv beeinflusse [52]. Eine Studie konnte keinen Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung erfassen [53]. Viele andere Studien dagegen besagen, dass die klinischen Symptome einer COVID-19-Erkrankung durchaus durch Vitamin D-Supplementierung abgemildert werden können, eine Sauerstoffversorgung für einen kürzeren Zeitraum notwendig sei, die Krankheit allgemein schneller abheile und die Mortalitätsraten verringert würden [45][46][47][48][49][50] [51][54]. Auch die Evidenz von einem Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Level im Blut und einem Zytokinsturm konnte inzwischen erbracht werden [46]. Und zwar mittels zahlreicher unterschiedlicher Ansätze. Eine Studie untersuchte z. B. das Ausmaß einer intensivmedizischen Betreuung und die notwendige Sauerstoffversorgung im Hinblick auf den Vitamin D-Gehalt der zu versorgenden Patienten [47]. Eine andere Studie untersuchte die mittleren Vitamin D-Level für 20 europäische Länder. Diese Daten wurden in Verbindung gebracht mit der Morbiditäts- und Mortalitätsrate von COVID-19 der jeweiligen Länder. Das Ergebnis war eindeutig: Je geringer der durchschnittliche Vitamin D-Gehalt in den jeweils untersuchten Länder war, desto höher war die Erkrankungs- und auch Sterberate (auffällig niedrig in der Schweiz, in Italien und Spanien) [54]. 

Gerade in den nördlichen Ländern wie Norwegen besteht ein höheres Bewusstsein über die Bedeutung von Vitamin D und die Bewohner konsumieren regelmäßig Produkte wie Lebertranöl. Auch sind einige Nahrungsmittel wie Milch mit Vitamin D angereichert. In Italien und Spanien ist dieses Bewusstsein nicht so verbreitet. Auch wenn die UV-B-Strahlung insgesamt höher ist, kommt bei den einzelnen Personen, bedingt durch die stärkere Pigmentierung der Haut (höherer Melanin-Gehalt), weniger Vitamin D im Körper an. Auffällig ist auch, dass gerade stärker pigmentierte Personen häufiger und schwerer an Infektionskrankheiten erkranken. Ein Zusammenhang besteht durchaus. Man muss natürlich auch bedenken, dass die Morbiditätsrate abhängig von der Anzahl der durchgeführten Tests ist, so dass die COVID-19-Sterberate der geeignetere Indikator ist. Gerade Personen wie Heimbewohner, die der Risikogruppe angehöhren, erfahren jedoch auffällig wenig Sonnenexposition, und dass, obwohl der Bedarf an Vitamin D mit dem Alter zunimmt. Sind die Maßnahmen, nämlich Personen zu Hause einzusperren, so dass die Vitamin D-Produktion gedrosselt wird, im Hinblick auf diese Ergebnisse denn überhaupt vertretbar? Sollte nicht präventiv eine Sonnenkur, oder, falls nicht möglich, eine stoffliche Substitution in Erwägung gezogen werden? 

Eine tägliche Vitamin-D-Supplementation von 2.000 IU als Prophylaxe hat keinen negativen Effekt, kann aber Krankheitsverläufe positiv unterstützen. Von der Einnahme hochdosierter einmaliger Dosen wird allgemein abzuraten. Auch ist ein positiver gesundheitlicher Aspekt dann stärker, wenn täglich mit eher geringeren Mengen supplemetiert wird. Ein negativer Effekt, der mit einer Überdosierung in Verbindung gebracht werden kann, tritt, laut Angaben der Endokrinen Gesellschaft, bei Blutwerten ab 150 ng /ml auf. Eine Toxizität ist dann mit hohen Kalziumwerten verbunden [55]. Eine Reihe von Forschungsergebnissen deuten darauf hin, dass 40-60 ng/ml für die Prävention von Atemwegsinfektion benötigt werden und 50-80 ng/ml erforderlich sind, um Bluthochdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen günstig zu beeinflussen [56]. 

Eine überschießende Immunreaktion, wie es bei schweren COVID-19-Fällen oft der Fall ist, soll durch einen gesättigten Vitamin-D-Spiegel abgemildert werden. Diskutiert wird in der wissenschaftlichen Welt zusätzlich, ob nicht ein Vitamin D-Mangel die Folge einer schweren COVID-19-Erkrankung, nicht die Ursache ist [57][58][59]. Sollte dem so sein, ist dennoch eine Supplementierung hilfreich. 

Auch schon früher fiel der positive Effekt von Vitamin D auf. Während der Pandemie der „Spanischen Grippe“ im Jahre 1918-1919 wurden weniger Todesfälle registriert, wenn die Patienten in „Freiluft“-Krankenhäusern mit Zugang zum Sonnenlicht behandelt wurden. Möglicherweise konnte Vitamin D einen „Zytokinsturm“ somit unterdrücken [60]. Vor dem Zeitalter von Antibiotika wurden Tuberkulosekranke mit Lebertranöl und Lichttherapie behandelt [45]. Inzwischen ist bekannt, dass eine Vitamin-D-Hypovitaminose (Unterversorgung) im Zusammenhang mit Lungenfibrose steht. 

Schlusswort

In der supportiven Therapie haben Mikronährstoffe, Vitamin C und Vitamin D wegen ihrer entzündungshemmenden und immununterstützenden Eigenschaften während der Pandemie viel Aufmerksamkeit erhalten. Niedrige Spiegel der Vitamine D und C führen zu einer Gerinnungsstörung und unterdrücken das Immunsystem, was einen Mangel an Lymphozyten verursachen kann. Es ist erwiesen, dass die Sterblichkeit bei COVID-19-Patienten mit niedrigen Vitamin D-Konzentrationen im Blut höher ist. Außerdem steigert eine Vitamin C-Supplementierung den Oxygenierungsindex bei COVID-19 infizierten Patienten, was ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnte [61]. Da bei einer Überdosierung kaum Schäden entstehen, ganz im Gegenteil zu den meisten angewandten Medikamenten einer klinischen Therapie, sollte einem gesundem Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung sehr viel mehr Beachtung in der Prophylaxe, nicht nur vor COVID-19, sondern generell vor diversen Infektionskrankheiten geschenkt werden. Warum werden nicht bundesweite Testungen eingeführt, die die Blutwerte von Personen berücksichtigen, um Defizite aufzudecken und präventiv zu behandeln? Wäre dadurch nicht dem Einhalt der Corona-Pandemie und vor allem, den einzelnen Personen mehr geholfen, als ausschließlich durch Antigentests? 

*Enzym, welches an der Milchsäuregärung beteiligt ist und als diagnostischer Marker verwendet wird, um einer erhöhte Zellschädigung nachzuweisen, da absterbende Zellen dieses Enzym freisetzen. Besteht eine Zellschädigung akkumuliert daher Laktatdehydrogenase im Blut. 

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